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ChatGPT Ads in der Schweiz: So gelingt Ihre erste Kampagne

Seit dem 24. August 2026 sind ChatGPT Ads auch in der Schweiz und 30 weiteren europäischen Ländern verfügbar, die grösste Expansion, die OpenAI mit seinem Werbeprogramm bisher auf einen Schlag vollzogen hat. Es handelt sich um eine völlig neue Auktionswelt und praktisch jeder Werbetreibende hierzulande startet (fast) bei null.

So gehen Sie am besten vor: Fangen Sie klein an und bauen Sie die Kampagne anhand echter Daten aus. Formulieren Sie einen einzigen Context-Hint statt einer Keyword-Liste, richten Sie das Conversion-Tracking von Anfang an ein und geben Sie dem Ganzen zwei Wochen Zeit, bevor Sie erste Schlüsse ziehen.

Vieles, was bei Google oder Meta funktioniert hat, lässt sich hier nicht einfach übertragen.

Die wichtigsten Quick Wins für Ihre erste ChatGPT-Ads-Kampagne

Einfach anmelden geht noch nicht

Der Zugang zum Schweizer Markt läuft aktuell ausschliesslich über OpenAIs eigenes Ads-Solutions-Team sowie eine kleine Auswahl an Agentur- und Technologiepartnern. Eine offene Registrierung gibt es noch nicht. Self-Service soll laut OpenAI «im späteren Sommer» folgen. Unsere Empfehlung: Starten Sie jetzt mit der Kampagnenplanung. Wenn Sie damit fertig sind, sollte ein Self-Service in der Schweiz verfügbar sein.

Keywords vergessen Sie am besten gleich

Keyword-Listen gibt es in diesem System schlicht nicht. Jede Anzeigengruppe basiert stattdessen auf einem einzigen, sorgfältig formulierten Context Hint: einer kurzen Beschreibung, in welche Art von Gespräch Ihre Anzeige passen soll. Wie gut diese Beschreibung ist, entscheidet mehr über den Erfolg als jede Suchbegriff-Liste, die je bei Google funktioniert hat.

Geben Sie der Kampagne ein paar Wochen Zeit

OpenAI gibt ein minimales Tagesbudget von 25 Dollar vor. Dies dient nicht dazu, am ersten Tag schon irgendetwas zu beweisen. OpenAIs System braucht eine echte Serie an Impressionen und Klicks, um überhaupt erkennen zu können, welche Gespräche tatsächlich konvertieren. Unsere Empfehlung: zwei Wochen laufen lassen, bevor irgendetwas optimiert wird.

Tracking einrichten, bevor der erste Franken fliesst

Bevor echtes Budget ausgegeben wird, sollte OpenAIs Pixel für Browser-Events installiert sein, die Conversions-API für serverseitige Ereignisse wie Käufe angebunden werden, und Landingpages sollten manuell getaggt werden. Dynamische UTM-Parameter werden bislang nicht unterstützt.

Erwartungen ans Targeting tief ansetzen

Kampagnen sollten sich an Ihren Zielen orientieren statt am Produktkatalog: Eine einzige Kampagne kann durchaus mehrere Produkte abdecken, solange sie demselben Ziel dienen (OpenAI Help Center). Auch beim Targeting selbst ist die Auswahl schmaler, als viele erwarteten: Es lässt sich nur auf Länderebene ausspielen, und in Europa entfällt Personalisierung komplett, um die DSGVO einzuhalten. Was bleibt, ist das Gespräch selbst als Ansatzpunkt, dazu Gerät, Tageszeit und Sprache.

Das Budget, um all das zu testen, ist überschaubar. Die eigentliche Arbeit steckt darin, das Setup richtig aufzugleisen, bevor das Budget überhaupt zu laufen beginnt.

Unser Fazit zu GPT Ads

Ein Test lohnt sich schon jetzt, allerdings mit frischem Budget, nicht mit Mitteln, die aus bereits funktionierenden Kanälen abgezogen werden. OpenAI beziffert die wöchentliche Nutzung von ChatGPT auf über eine Milliarde Menschen und schätzt, dass jedes fünfte dieser Gespräche eine Form von kommerzieller Absicht enthält. Demgegenüber steht: Der Zugang ist noch beschränkt, für Self-Service gibt es kein bestätigtes Datum, und das Targeting ist deutlich schmaler als bei Google oder Meta.

Advance Insights: Die wichtigsten Fragen

Franca Ebner, Head of Digital Strategies, verfolgt diesen Rollout bereits seit dem US-Pilotprojekt im Februar. Wir haben sie dazu befragt.

Sollten Schweizer Unternehmen jetzt starten oder auf den Self-Service-Zugang zum Ads Manager warten?

Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um mit der Kampagnenplanung zu beginnen, als genau jetzt. Um ehrlich zu sein: Der Self-Service-Zugang zum Ads Manager dürfte schon bald verfügbar sein, die Wartezeit hält sich also ohnehin in Grenzen. Trotzdem bringt ein früher Start einen klaren Vorteil. Man sammelt First-Mover-Erkenntnisse, die die eigene Strategie später spürbar stärken können. Es kann sogar sein, dass der Self-Service-Zugang bereits live ist, bevor Sie den Bewerbungsprozess abgeschlossen haben.

Wie sollten Marketing-Teams, die an Keyword-Bidding gewöhnt sind, an «Context Hints» herangehen?

Weg vom Denken in Suchbegriffen, hin zum Denken in Szenarien. Ein Context Hint beschreibt eine Art von Gespräch, keinen Suchbegriff, den jemand ins Suchfeld tippt. Teams, die ihn wie ein Briefing formulieren, erzielen die besseren Platzierungen.

Verändert der Wegfall der Anzeigenpersonalisierung in Europa, wie eine gute Kampagne hier aussehen muss, im Vergleich zu den USA?

Ja. Ohne Personalisierung trägt der Context Hint deutlich mehr Gewicht als beim US-Launch. Präzision in genau diesem einen Feld zählt hier mehr als bei jedem anderen bisherigen Launch des Produkts.

Was ist ein realistisches Startbudget, und wie lange sollte man warten, bevor man die Ergebnisse bewertet?

Das Mindestbudget sollte mindestens zwei bis drei Wochen laufen, bevor überhaupt eine Entscheidung getroffen wird. Erst dann zeigt sich ein belastbares Signal.

Ihre nächsten Schritte für ChatGPT Ads in der Schweiz

Nutzen Sie dieses Jahr, um OpenAI Ads zu testen und herauszufinden, wo für Ihr Unternehmen das eigentliche Potenzial in diesem Kanal liegt. Die oben beschriebenen Setup-Entscheidungen entscheiden letztlich darüber, ob Ihre ersten Daten belastbar genug sind, um darauf aufzubauen.

Brauchen Sie Unterstützung beim Aufsetzen Ihrer ersten Kampagne oder eine Strategie, wie sich dieser Kanal in Ihr bestehendes Media-Budget einfügt? Wir helfen gerne.

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